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Fieber beim Kind: Was Eltern wissen sollten

Fieber bei Kindern sorgt bei Eltern schnell für Unsicherheit. Wie hoch darf die Temperatur steigen? Wann braucht mein Kind ein Fiebermittel? Und wann sollte es ärztlich untersucht werden?

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen kurz und verständlich, was bei Fieber im Körper passiert, worauf Sie zu Hause achten sollten und welche Anzeichen ärztlich abgeklärt werden müssen.

Was ist Fieber überhaupt?

Fieber ist zunächst keine eigene Krankheit, sondern meistens eine Reaktion des Körpers auf einen Infekt. Der Körper erhöht seine Temperatur, damit das Immunsystem besser arbeiten kann. Vereinfacht gesagt: Der Körper kämpft gerade gegen Krankheitserreger.

Viele Eltern erschrecken, wenn das Thermometer 39 oder sogar 40 Grad anzeigt. Das ist verständlich. Entscheidend ist jedoch nicht allein die gemessene Temperatur, sondern vor allem, wie Ihr Kind insgesamt wirkt:

  • Ist Ihr Kind ansprechbar?
  • Reagiert es auf Sie?
  • Trinkt es?
  • Hat es zwischendurch bessere Phasen?
  • Oder wirkt es sehr schlapp, kaum ansprechbar oder ganz anders als sonst?

Fieber allein ist also nicht automatisch gefährlich. Entscheidend ist immer das Gesamtbild.

Merken Sie sich: Schauen Sie nicht nur auf das Thermometer – schauen Sie auf Ihr Kind.

Was können Eltern bei Fieber zu Hause tun?

Bewahren Sie zunächst Ruhe und beobachten Sie Ihr Kind gut. Bieten Sie ihm regelmäßig etwas zu trinken an. Das kann Wasser, Tee, Muttermilch oder etwas anderes sein, das Ihr Kind gerne annimmt.

Ein krankes Kind darf sich ausruhen. Es muss nicht spielen, lachen oder herumlaufen. Wichtig ist vor allem, ob es weiterhin auf Sie reagiert, sich beruhigen lässt und wenigstens kleine Mengen trinkt.

Beobachten Sie nicht nur die Temperatur, sondern auch das Verhalten und den Allgemeinzustand Ihres Kindes.

Ab wann sollte man Fiebersaft oder Zäpfchen geben?

Viele Eltern fragen sich, ab welcher Temperatur sie ein Fiebermittel geben müssen. Die Antwort lautet: Nicht nur die Zahl ist entscheidend, sondern vor allem, wie es Ihrem Kind geht.

Wenn ein Kind mit 39 Grad noch spielt, trinkt und lacht, muss man nicht zwingend ein Fiebermittel geben. Wenn ein Kind dagegen bereits bei 38 Grad deutlich leidet, Schmerzen hat, nur herumliegt, schlecht trinkt oder gar nicht zur Ruhe kommt, darf man auch bei dieser Temperatur etwas geben.

Fieber- und Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen sind sinnvoll, wenn das Kind unter dem Infekt leidet – nicht allein deshalb, weil eine bestimmte Zahl auf dem Thermometer steht.

Lassen Sie Ihr Kind nicht unnötig leiden. Geben Sie Fiebermittel gezielt, aber nicht aus reiner Angst vor der Temperatur.

Merken Sie sich: Behandeln Sie nicht nur die Zahl, sondern das Kind.

Schlapp oder apathisch – worin liegt der Unterschied?

Viele Kinder sind bei Fieber schlapp, müde und anhänglich oder möchten einfach nur liegen. Das ist zunächst nicht ungewöhnlich, denn Fieber kostet den Körper Kraft.

Wichtig ist jedoch, wie Ihr Kind auf Sie reagiert:

  • Ist es noch ansprechbar?
  • Schaut es Sie an?
  • Trinkt es wenigstens kleine Mengen?
  • Lässt es sich beruhigen?

Wenn Sie ein Fiebermittel wie Paracetamol oder Ibuprofen gegeben haben, sollte nach etwa 30 bis 60 Minuten eine leichte Besserung erkennbar sein. Ihr Kind muss nicht plötzlich wieder fit sein. Es sollte aber etwas wacher wirken, besser reagieren, etwas trinken oder insgesamt entspannter sein.

Sinkt die Temperatur, während Ihr Kind weiterhin apathisch bleibt, kaum reagiert, sehr benommen wirkt oder Sie denken: „Das ist nicht mein Kind“, sollte es ärztlich untersucht werden.

Schlappheit bei Fieber ist häufig normal. Apathie trotz Fiebermittel ist ein Warnzeichen.

Fiebersaft richtig dosieren

Ein häufiger Grund dafür, dass Fiebersaft nicht richtig wirkt, ist eine zu niedrige Dosierung. Auf den Verpackungen finden sich häufig Altersangaben wie „für Kinder von zwei bis vier Jahren“. Kinder im gleichen Alter können jedoch sehr unterschiedlich viel wiegen.

Fieber- und Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen sollten bei Kindern deshalb vor allem nach dem Körpergewicht dosiert werden.

Ist die Dosis zu niedrig, kann das Medikament nur kurz wirken oder das Kind leidet trotz der Gabe weiter. Dosieren Sie daher nicht nach Gefühl. Fragen Sie Ihre Kinderarztpraxis oder Apotheke, welche Menge zum Gewicht Ihres Kindes passt.

Notieren Sie sich außerdem:

  • wann Sie das Medikament gegeben haben,
  • welches Medikament es war,
  • welche Menge Ihr Kind bekommen hat.

Dadurch lassen sich versehentliche Doppelgaben oder Überdosierungen vermeiden.

Bei Fiebersaft zählt nicht nur das Alter – entscheidend ist vor allem das Gewicht.

Darf man Paracetamol und Ibuprofen abwechseln?

Gerade zu Beginn eines Infekts kann das Fieber schnell steigen. Manchmal geht es dem Kind nach einem Fiebermittel zunächst besser, doch nach einigen Stunden steigt die Temperatur wieder an. Das ist nicht automatisch gefährlich.

Prüfen Sie zuerst:

  • Leidet Ihr Kind deutlich?
  • Hat es Schmerzen?
  • Trinkt es schlecht?
  • Kommt es gar nicht zur Ruhe?
  • War die vorherige Dosis richtig?

Wenn die Dosierung korrekt war und Ihr Kind bereits vor der nächsten möglichen Gabe wieder deutlich leidet, kann in bestimmten Situationen zwischen Paracetamol und Ibuprofen gewechselt werden.

Dabei gilt:

  • nicht gleichzeitig geben,
  • nicht durcheinander,
  • nicht nach Gefühl,
  • Uhrzeit, Medikament und Menge genau notieren.

Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Kinderarztpraxis oder Apotheke, welche Dosierung und welcher zeitliche Abstand für Ihr Kind richtig sind.

Ein Wechsel kann manchmal sinnvoll sein – aber nicht wegen der Fieberzahl allein, sondern nur bei deutlichem Leiden, richtiger Dosierung und einem guten Überblick über alle Gaben.

Wann sollte ein Kind mit Fieber zum Arzt?

Nicht jedes Kind mit Fieber muss sofort ärztlich untersucht werden. Entscheidend ist auch hier der Allgemeinzustand.

Wenn Ihr Baby jünger als drei Monate ist und rektal eine Temperatur von 38,0 Grad oder mehr gemessen wurde, sollte es sofort ärztlich abgeklärt werden.

Auch ältere Kinder sollten ärztlich vorgestellt werden, wenn sie:

  • sehr krank wirken,
  • kaum reagieren,
  • schlecht trinken,
  • Zeichen einer Austrocknung zeigen,
  • Atemprobleme haben,
  • stark benommen wirken,
  • eine Nackensteifigkeit zeigen,
  • einen auffälligen Hautausschlag entwickeln,
  • anhaltend erbrechen,
  • starke Schmerzen haben.

Auch wenn das Fieber länger als etwa drei Tage anhält oder immer wiederkehrt, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Wenn Sie als Eltern das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, holen Sie lieber einmal zu früh ärztlichen Rat ein als zu spät.

Nicht jedes Fieber ist ein Notfall – aber ein krank wirkendes Kind sollte ärztlich abgeklärt werden.

Was ist bei einem Fieberkrampf zu tun?

Ein Fieberkrampf sieht für Eltern häufig sehr beängstigend aus. Das Kind kann plötzlich steif werden, mit Armen oder Beinen zucken, die Augen verdrehen oder kurz nicht richtig ansprechbar sein.

Versuchen Sie, so ruhig wie möglich zu bleiben, und schützen Sie Ihr Kind vor Verletzungen:

  • Legen Sie Ihr Kind auf die Seite.
  • Entfernen Sie gefährliche Gegenstände aus der Umgebung.
  • Halten Sie Ihr Kind nicht fest.
  • Stecken Sie ihm nichts in den Mund – keinen Löffel, keinen Finger und auch keinen anderen Gegenstand.

Rufen Sie medizinische Hilfe, insbesondere wenn es der erste Fieberkrampf ist, der Krampf länger als wenige Minuten dauert, Ihr Kind blau wird, Atemprobleme hat oder anschließend nicht wieder richtig zu sich kommt.

Ein einfacher Fieberkrampf ist zum Glück häufig weniger gefährlich, als er aussieht. Trotzdem sollte der erste Fieberkrampf immer ärztlich abgeklärt werden.

Beim Fieberkrampf gilt: schützen, nichts in den Mund stecken und ärztlich abklären lassen.

Die wichtigste Regel bei Fieber

Beurteilen Sie nicht nur die Temperatur. Beobachten Sie vor allem, wie Ihr Kind wirkt, ob es ausreichend trinkt und wie es auf Sie reagiert.

Bei Unsicherheit gilt: Lieber einmal zu früh ärztlichen Rat einholen als zu spät.

Dieser Ratgeber wurde von Kinderarzt Bülent Adasoglu erstellt und entspricht den Inhalten unserer Reel-Serie „Fieber beim Kind“.

MVZ medic in Leverkusen-Opladen – Kindergesundheit einfach erklärt.

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